Wie alles kam

Es waren einmal ein Gaukler und ein Trommler, die waren in allerlei vogelfreien, mittelalterlichen Umtrieben Freunde geworden. Wenn sie nach wilden Auftritten vor jubelndem Publikum die kulinarische Lust packte, zogen sie mit ihrer vollen Sammelbüchse über den Markt und holten sich Fisch und andere Köstlichkeiten.

Im Zweitausendsten Jahr des Herrn etwa – auf ein oder zwei Jahre kommt es nicht an –  kam die kulinarische Sehnsucht wieder, und so beschlossen sie, sich einmal in der Woche zu einer Fischsuppe mit Plauderei zusammen zu finden. Und so geschah es.

Eines Tages war die Fischsuppe nicht mehr das, was sie vorher gewesen war. Es war weniger Fischeinlage drin und die Fischküche wurde immer überfüllter. Da hielten sie Ausschau nach einem neuen Wirt – und siehe, ein lustiger Italiener namens Angelo hatte gerade seine Türen geöffnet. Dort fand man reiche Unterhaltung vor, zuweilen prominente Kundschaft und einen Gastraum, der einer Bühne glich. Von da an trafen sich die beiden dort, um zu speisen und am Welttheater teil zu haben.

Ihre Begeisterung blieb nicht unbemerkt in ihren Kreisen. Es kamen neue und alte Freunde hinzu. Und so ist es bis heute geblieben. Nur dass die beiden Freunde, der Trommler und der Gaukler, nur noch selten dabei sind, denn der Strom der Zeit hat sie entführt. Der gute Geist jedoch lebt und wird wöchentlich genährt.

Bei Ristorantino daAngelo.