Der Kalender 2019

(Bilder zur Zeit 36)

Thema:

Die Erfindungen

Ohne Fantasie keine Erfindungen!

„Bilder zur Zeit“ Nr. 36 stellen ein Dutzend der wichtigsten Entdeckungen und Erfindungen vor. Ihnen zu Ehren und der Vorstellungskraft verpflichtet, haben wir deren Entstehungsgeschichten hiermit endgültig erfunden, mit neuen Tatsachen ausgestattet und glaubwürdig gestaltet. In diesem Sinne ist dieser Kalender ebenfalls eine zuverlässige Erfindung.

Januar

Alles dreht sich um das Rad

Schon in grauer Vorzeit wurden Vorstellungen über Ecken und Kanten ins Rollen gebracht, deren Umsetzung dazu verhalf, Fantasie mit neuen Geometrien zu transportieren.

Februar

Feuer entsteht durch Magie

Dass ein Zauber das Wasser zum Kochen brachte, war dem damaligen Verstand nicht ganz geheuer. So kommt es nicht von ungefähr, dass die täglich eingebrockte Suppe – damals wie heute – den Allmächtigen zu verdanken ist.

März

Ein Flaschengeist beschert die Glühbirne

Es war einmal eine Schnapsnase, die entkorkte einen Birnengeist aus seiner Flasche. Es blieb der Elektrizität überlassen, wie es zum Kurzschluss kam – allerdings wurde es Licht! Eine einleuchtende, hochprozentige Schnapsidee!

April

Der Traum vom Fliegen

In schwebender Leidenschaft gingen die Menschen solange mit den Lüften durch dick und dünn, bis ein flugtauglicher Fortschritt sie profanierte. Heute braucht man nur zu buchen, um über den Wolken zu schweben.

Mai

Als die Zeit erfunden wurde

Sofort nach ihrer Erfindung entpuppte sich die Zeit als knappe Währung. Man versucht zwar dauernd, sie tot zu schlagen, aber sie zahlt sie es mit gleicher Münze heim – nur wesentlich erfolgreicher.

Juni

Der Teufel in machina

Die Dampfmaschine galt solange als suspekt, bis auch der trägste Verstand irgendwann einen Zug bestieg. Und sollte gegenwärtig die Eisenbahn mal nicht wie geschmiert laufen, wird Dampf gemacht. O tempora, o mores …

Juli

Dr. Frankensteins Erben

Größenwahnsinnige sind zwar in der Minderheit, kommen aber häufig vor. Vor allem dort, wo an überflüssigen Bedürfnissen gebastelt wird, findet jeder Unsinn seine Abnehmer. Wahnsinn hat viele Gesichter.

August

Die Presse erfindet sich selbst

Was in der Zeitung steht, muss wohl stimmen – Enten hin oder her. Dennoch sollte die Pressefreiheit unangetastet bleiben, denn abstrakte Hemmungslosigkeiten sind willkürlicher.

September

Die Instrumentalisierung der Musik

Musik dürfte entstanden sein, um die Verdammten in der Unterwelt zu trösten. Damals von Orpheus inspiriert – vielleicht auch nicht von ihm – erklang die freie Improvisation. Seitdem sägt der Jazz am Hochsitz der jeweiligen Halbgötter.

Oktober

Die Möbius Schleife – ein Perpetuum mobile?

Sie ist zwar genial, aber in letzter Konsequenz doch nur ein Mobile in perpetuum. In Wirklichkeit macht man sich permanent im Kreis drehend vor, den Gang der Dinge anders gestalten zu können.

November

Der Computer ist der neue Gott

Ob es Gott passt oder nicht: Selbst die Menschen scheinen bereits verpixelt zu sein. Doch keimt auch Gutes im Netz: Der Einzelne steuert zwar eine gewisse Einsamkeit an, dafür erfahren aber manche alles über alle.

Dezember

Eine einträgliche Erfindung

Das schöne Fest scheint – nicht gerade im Sinne der Besinnlichkeit – einer schleichenden Profitbescherung geopfert zu werden. Welch ein Unsinn, da Kinder doch felsenfest an den Weihnachtsmann glauben, oder?

Neue Bücher von Nicolai Sarafov

„Die Trächtigkeit des Nichts“

(Format 28 / 29 cm, 52 S.,
Aufl. 333 Expl., farbig, 2017)

Wenn wir nicht abgeneigt sind, über Wahrheit,
Wirklichkeit, Realität, Schwerkraft, Zeit, Urknall,
Schwarze Löcher, Götter, Universum und
dergleichen nachzudenken, kann das Gedachte
schon einmal anders ausfallen als
das zeitgemäß Behaftete.

„Sisyphos, sei sein Stein Sein?“

(Format 28 / 29 cm, 58 S.,
Aufl. 333 Expl., farbig, 2018)

Das hier aufgeführte absurde Theaterstück
erzählt über Sisyphos. Er erfährt unter anderem,
dass Leben sich nicht im Drängen von Gewichten und
im Abtragen von Lasten erschöpft.
Der Sisyphos’sche Stein ist zugleich Kumpel und Bürde.
Er erklimmt den Status eines Katalysators des Werdens.
„Eine schöne Bescherung“

(Format 28 / 29 cm, 56 S.,
Aufl. 333 Expl., farbig, 2018)

Schöne Bescherung hat etwas Doppeldeutiges an sich.
Demnach ist diese Geschichte eine Weihnachts–
geschichte, die gerade noch gefehlt hat.
Eigentlich handelt die Geschichte von einer Odyssee
durch die Milchstraße mit glücklicher Rückkehr zum
Buckelwal, der drei legendäre Fantasie-Gestalten
(Baron Münchhausen, Bruder Jonas, Pinocchio) beherbergt.
Die Relativität der Zeit ist bekanntlich kein Quatsch.
Das wird auch vom wissenschaftlichen Berater der
Gruppe (Teddybär Grabi) bestätigt und vom begleitenden
Reporter (Emil Giacomo Schüberli) durch den Äther
verbreitet. Mehr sei hier nicht verraten.

„Keine Woche ohne Donnerstag“

(Format 28 / 29 cm, 56 S.,
Aufl. 333 Expl., farbig, 2018)

Esel: An der Kreuzung haben wir uns bereits gegenseitig vorgestellt.

Naja, dazu gehört ja auch nicht viel. Ich bin also ein Esel … aber nicht immer! Jedenfalls ist Donnerstag jetzt mein Name!

Von Eselsgedanken geplagt traf ich heute an der Gabelung unserer Wege auf Klaus. Er schien in ähnlich plagende Überlegungen vertieft; allerdings in einer Variante, die bei Menschen eher in Brüten ausartet, als ob sie einen Vogel hätten.

Also nahmen wir den gleichen Weg. War schließlich egal welchen. Zu Anfang war Klaus leicht verunsichert, ob ihm das passen würde, aber manchmal muss man einen Menschen zu seinem Glück zwingen.

Soweit zu jenem merkwürdigen Donnerstag, an dem Klaus einen kaum alltäglichen Esel kennenlernte, nämlich – mich! Der Gute hat den Tag der Begegnung als Benennung für mich akzeptiert, um mich nicht mit Esel ansprechen zu müssen. Sehr sensibel, sonst wäre es fraglich geworden, wer hier der Esel ist.

Wie auch immer, Klaus soll jetzt in fröhlicher Verbundenheit mein Gefährte sein. Man könnte es auch Freundschaft nennen.

Bezeichnungen sind nun mal nötig. Sie als Leser und Betrachter würden sich über anonyme Hauptdarsteller ganz schön wundern. Und bekämen ohne Klaus & Donnerstag garantiert keine lustige Geschichte präsentiert.

Ein Esel ist nicht leicht zu verstehen, aber auch Klaus ist keine gewöhnliche Erscheinung. Wenn ich im Folgenden kein normaler Donnerstag bin, aber sonst immer ein Esel – während Klaus stets Klaus bleibt, auch wenn er sich hier wie ein Esel aufführt – so wird offensichtlich, dass es personalbezogene Verwechslungen geben kann. Das Ganze ist zwar eine Eselei, aber eine verbindende, wie ich hoffe.

Klaus: Warum sind deine Augen rot?

Esel: Alles Schöne auf dieser Welt ist blau! Mein Augenblau ist halt rot.